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Klavier

Klavierunterricht Mein Kind möchte Klavierspielen lernen

  • was muss ich wissen?
  • In welchem Alter kann der Klavierunterricht beginnen?
  • Gibt es ein Alter, in dem das Klavierspiel nicht mehr erlernt werden kann?
  • Was tun, wenn kein Klavier im Haus zu Verfügung steht?
  • Eignen sich elektronische Tasteninstrumente als Klavier-Ersatz?
  • Die ersten Klavierstunden.
  • Wie viel Zeit soll täglich dem üben gewidmet werden?
  • Soll auch in den Ferien geübt werden?
  • Wie lange sollte die Klavierausbildung dauern?
  • Was tun, wenn sich über eine längere Zeit kaum Fortschritte bemerkbar machen?
  • Wo können die Eltern Einfluss nehmen?
  • Was braucht man außer dem Klavier?
  • Wie wird ein Klavier gepflegt?


In welchem Alter kann der Klavierunterricht beginnen?

So früh wie möglich. Auch Dreijährige können mittels einer angemessenen Methodik das Klavierspiel erlernen, wenn die Belastbarkeit des Kindes richtig eingeschätzt wird (wenige Minuten täglich für die ganz-ganz Kleinen). Der "ordentliche" Unterricht, mit festgeschriebener Stundendauer, kann mit dem Schulalter beginnen, bei günstigen Voraussetzungen auch früher. Ein sehr guter Einstieg ist die Teilnahme an der musikalischen Früherziehung (MFE).


Gibt es ein Alter, in dem das Klavierspiel nicht mehr erlernt werden kann?

Nein! Auch Siebzigjährige können das Klavierspiel entdecken. Und: Größere Schüler (etwa 15- oder 20-jährige) erlernen das Klavierspiel manchmal viel schneller als kleine Kinder. Aber: Das Klavier verlangt auch gewisse, quasi sportliche Fähigkeiten, die schon sehr früh trainiert werden müssen. Wer z.B. erst mit zwölf Jahren beginnt, wird noch sehr gut Klavier spielen können, doch eine Karriere als Konzertpianist bleibt so gut wie ausgeschlossen (nicht aber als Musiker!).


Was tun, wenn kein Klavier im Haus zu Verfügung steht?

Grundsätzlich: Die Möglichkeit des täglichen übens muss gesichert werden. Deshalb geht an der Anschaffung des Instruments (Kauf, Mietkauf, Leihe etc.) kein Weg vorbei. Klaviere sind nicht billig - doch auch der Wiederverkaufswert ist verhältnismäßig hoch. Beim Kauf von privaten Anbietern sollte ein Spezialist das Instrument prüfen.


Eignen sich elektronische Tasteninstrumente als Klavier-Ersatz?

Grundsätzlich nein: Die Tasten der elektronischen Orgeln und Keyboards werden gemäß einer Mechanik bewegt, die sie als Klavierersatz untauglich macht - auch wenn für den Laien auf den ersten Blick kein Unterschied zu bemerken ist. Es gibt dennoch ein elektronisches Instrument - das Digital-Piano - das mit Einschränkungen (im Bereich der Klangqualität und -gestaltung) als übe-Instrument gebraucht werden kann. Der große Vorteil dieses Instruments ist das für andere lautlose Spiel mit Kopfhörer. (Unser Rat: Beim Kopfhörer nicht sparen!) Auch das Digital-Piano bleibt jedoch nur eine zeitlich begrenzte Notlösung - und doch ein durchaus empfehlenswertes Ausweichinstrument für die Ruhestunden der Mitbewohner...
Ein vom Anwendungsbereich her ideales Instrument ist das Silent-Piano: Ein ganz normales Klavier (oder Flügel), welchem die Elektronik eines Digital-Pianos eingebaut wurde. Bei Bedarf wird die herkömmliche Klangerzeugung ausgeschaltet, und das Spiel ist nur noch über die Kopfhörer wahrzunehmen.


Die ersten Klavierstunden:

Meist macht der Klavierunterricht am Anfang ungetrübten Spaß. Zu Hause muss bzw. kann noch nicht viel geübt werden, weil der Lehrer dem Schüler zunächst die wichtigsten Begriffe und Handgriffe beibringt. Aber auch, weil der Schüler die Noten nicht oder nur wenig kennt, und weil er noch nicht weiß, wie und was er eigentlich üben soll. Nach wenigen Wochen oder Monaten ändert sich das, wenn der Schüler begreift, was er zu tun hat. Dementsprechend bekommt er auch Übungsaufgaben. Das ist eine sensible Phase: üben heißt arbeiten - also eine Tätigkeit, die auch ausgeübt werden muss, wenn man einmal keine Lust dazu hat. Eltern, die selbst eine musikalische Ausbildung genossen haben, kennen das, und werden dem Kind mit Verständnis, aber auch mit Beharrlichkeit beistehen. Manche Schüler haben ihr ganzes Leben lang Spaß am Klavierspiel und am Üben, auch wenn die Musik nicht ihr Beruf ist. Andere werden jahrelang zum Klavierspiel gezwungen und entwickeln irgendwann eine unerwartet starke und dauerhafte Liebe zum Klavierspiel und zur Musik - oder aber sie hören irgendwann erleichtert auf und sind froh über die neu gewonnene Freizeit. Jedes Kind ist ein Einzelfall - alles ist möglich. Unverzeihlich ist nur die unbegründete Nachgiebigkeit der Erzieher, die zu früh das Handtuch werfen. Ein Rat für Eltern, die auf musikalischer Ebene dem Kind nicht direkt helfen können: Nach Möglichkeit bei den Klavierstunden dabei sein und dafür sorgen, dass das Kind sich täglich ans Klavier setzt, auch wenn es nur mit den Tasten herumspielt - aus dieser Gewohnheit heraus entsteht mit der Zeit ein bewusstes Üben. Täglich sollten auch Noten-Lese-übungen gemacht werden. Manche Kinder brauchen Jahre, bis sie Musiknoten ordentlich lesen können. Die Unterstützung der Eltern kann auch hier ausschlaggebend.


Wieviel Zeit soll dem täglichen üben gewidmet werden?

Eine genaue Antwort kann da leider nicht gegeben werden. Das hängt vom Alter ab, von der Zielsetzung, von der Motivation und vom Durchhaltevermögen des einzelnen Schülers. Einerseits: Je mehr Zeit dem Üben gewidmet wird, desto schneller kommen die Erfolge. Andererseits: Wenn das Kind trotz Ermüdungserscheinungen gezwungen wird, weiter zu üben, stellt sich bald eine negative Einstellung mit nachhaltiger Wirkung ein. Erfahrungsgemäß neigen viele Eltern dazu, das Durchhaltevermögen des Kindes zu unterschätzen. Ein wenig schlechte Laune, und schon ist das Kind "übermüdet". Die Übezeiten für kleinere Kinder (6-8 Jahre alt) sollten am besten von den Eltern gefühlvoll herausgefunden werden. Die Grenzen dürften irgendwo zwischen 15 und 25 Minuten liegen. Das tägliche Üben in zwei, etwas kürzeren Abschnitten, ist eine sehr gute Lösung. Größere Schüler können durchaus auch 1 bis 2 Stunden täglich üben, doch da stellt sich die Frage, was man letztendlich erreichen möchte. Wenn das Klavierspiel zum Beruf werden soll, dürfte ein tägliches Pensum von 2 bis 3 Stunden als absolutes Minimum betrachtet werden. Geht es nur um eine intensivere Form von musikalischer Erziehung, ist eine halbe Stunde noch befriedigend.


Soll auch in den Ferien geübt werden?

Nach Möglichkeit ja! Wenn auch nur, um ein-, zweimal alle Stücke durchzuspielen. Größere Schüler können mit den Ferien natürlich viel mehr anfangen...


Wie lange sollte die Ausbildung dauern?

Mindestens so lange, bis der Schüler imstande ist, ein mittelschweres Stück selbständig auszuwählen und zu erarbeiten, bis zum Niveau eines Familienkonzerts oder eines Vorspiels unter Freunden - was immer man unter "mittelschwer" versteht, denn feste Kriterien gibt es nicht. Besser vielleicht: Solange das Verhältnis Berufsausbildung/Freizeit das Klavierspiel zulässt. Zu erwähnen wäre auch die Tatsache, dass ab einem gewissen Niveau (von Berufsmusikern jetzt abgesehen) das musikalische Können auch beruflich genutzt werden kann (etwa für zukünftige Lehrer, Toningenieure, Journalisten, Musiktherapeuten, Kindergärtner/innen etc.).


Was tun, wenn sich über eine längere Zeit hinweg kaum Fortschritte zeigen?

Es passiert ziemlich oft, besonders bei kleinen Kindern, dass die Fortschritte längere Zeit auf sich warten lassen. Das ist kein Grund zur Unterbrechung des Unterrichts. Niemand kann voraussehen, wie sich die klavierspielerischen Fähigkeiten weiter entwickeln werden. Der Abstand zwischen hohen und bescheidenen Leistungen verschiedener Klavierschüler kann bei vergleichbaren Übezeiten enorm sein; denn enorm können auch die Unterschiede etwa der Begabung sein, aber auch auf der Ebene der Zusammenarbeit mit den Eltern. Ganz allgemein und stark vereinfacht kann folgender Zusammenhang aufgestellt werden: Üben verhilft zu Fortschritten, Fortschritte führen zu Erfolgen, Erfolge wiederum motivieren zum Üben. Wenn aber Fortschritte im Vergleich und über einen längeren Zeitraum ausbleiben, dann stimmt möglicherweise irgend etwas in diesem Kreislauf nicht. Wichtig ist: Nicht den Weg des kleinsten Widerstandes wählen (z.B. "Das Kind ist unbegabt" = Abmeldung; "Der Lehrer ist nicht gut" oder "Die anderen Schüler in der Gruppe passen nicht zu mir" = Ummeldung, "Keinen Bock mehr" = schnell zum Töpferkreis usw.), sondern erst mit dem Lehrer sprechen, und auch auf Zeit setzen: So mancher Durchhänger kann vorübergehen als ob nichts passiert wäre. Allgemein: Sprechen Sie des öfteren mit dem Lehrer über evtl. Schwierigkeiten des Kindes. Bedenken Sie, dass es im Klavierunterricht um viel mehr geht als nur um das Klavierspiel - es geht um die Entwicklung des Kindes. Um diese positiv zu steuern, brauchen die Lehrer Informationen.


Wo können die Eltern Einfluss nehmen?

In einigen Punkten können die Eltern aktiv eingreifen: Im Training, durch Beharrlichkeit, sowie im Aufbau des Erfolgs, durch viel Lob, durch Organisierung bzw. Teilnahme an Vorspielen in der Familie, im Freundeskreis, in der Schule etc. Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, zu zeigen, was es kann. Damit gewöhnen Sie es auch an den Stress der Selbstdarstellung vor anderen Menschen. Helfen Sie ihm, den Stress abzubauen oder zumindest unter Kontrolle zu halten. Mit Verständnis und viel Geduld. Lassen Sie ihr Kind erfahren, wie wichtig Ihnen sein Klavierspiel ist. Durch Interesse, Teilnahme und taktvolle Mitwirkung.


Was braucht man noch außer dem Klavier?

Sehr wichtig für eine richtige, unverkrampfte Haltung am Klavier sind der höhenverstellbare Klavierstuhl oder Gewindehocker, sowie ein Fußbänkchen. Das Metronom (Taktell) ist zwar nicht unerlässlich, doch durchaus empfehlenswert. Fingernägel müssen 1x pro Woche kurz geschnitten werden, sonst leidet die Handhaltung und damit die gesamte Spieltechnik.


Wie wird ein Klavier gepflegt?

Trockene Luft ist ungesund, sie schadet dem Klavier, von vorzeitiger Verstimmung bis hin zu teuren Reparaturen. Die Luftfeuchtigkeit kann durch verschiedene Mittel angehoben bzw. beibehalten werden, z.B. durch Verdunstungsgefäße an den Heizkörpern ­ oder durch Zimmerpflanzen. Temperaturschwankungen sind schädlich; deshalb darf das Klavier nicht einer direkten Wärmebestrahlung ausgesetzt werden (direktes Sonnenlicht, Heizkörper in unmittelbarer Nähe), auch sollte es nicht an Durchgangsstellen mit Zugluft stehen. Etwa einmal im Jahr - bei Bedarf öfter - sollte das Klavier vom Fachmann überprüft und gestimmt werden.
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